Richard hat geschrieben: ↑Montag 21. Juni 2021, 17:15
Hi,
Ich verfolge das Thema mit großem Interesse - an einem Punkt bin ich aber am Grübeln: Wie verhalten sich Effekte wie Mod. und Delay NACH dem PreAmp inkl. Speaker-Simulation?
Sowas hab' ich bisher noch nicht getestet - üblicherweise sind die ja vor dem cleanen Amp oder im Einschleifweg....
Klärt mich doch bitte mal auf.
Richard
Jetzt mal rein theoretisch betrachtet gibt es da schon einen Unterschied. Ich mach da mal kurz den Klugscheisser-Modus für an. Jeder Amp bringt ein bisschen Verzerrung ins Spiel, auch clean eingestellte Gitarrenamps. Und ab da ist es ein Unterschied. Je verzerrter der Amp ist, desto größer der Unterschied. Wenn man in einen voll verzerrenden Amp Frequenz A und B reingibt, kommen hinten A, B und A-B raus (ich glaube auch A+B, aber da bin ich nicht mehr sicher).
Deswegen wirken zB Powerchords so gut: Quinte und Root des Akkords sind im Frequenzverhältnis 3:2. Also wenn Root = 1, dann ist die Quinte 1,5. Und dann entstehen hinter dem zerrenden Amp Root, Quinte UUUUNNNDD (Trommelwirbel) die eine Oktave tiefere Root.
Raus aus der Mathematik, zurück in die Musik.
Das gilt für einen voll zerrenden Amp. Für leicht zerrende Amps ist das Ergebnis halt deutlich cleaner, der neue Ton A-B sind nicht so ausgeprägt. Hab ich jetzt also ein Delay, Chorus Roto etc vor dem Amp, ist das Ergebnis "unsauberer" als dahinter - aber halt auch manchmal interessanter.
Probiert mal vor einem voll zerrenden Amp ein Unison-Bend - da kann man den entstehenden Ton sehr schön hören. Und je nach Lautstärke auch fühlen. Gab eine derartige Stelle in einem Song von Andy Timmons, ich glaube Gone.