Ich kenne die Reihe, wie wohl jeder, selbstverständlich von diversen Sessions, geteilten Bühnen... Häufig habe ich den in Tweed gehüllten Bruder schon genutzt. Im Hinterkopf behielt ich schlimmstenfalls entweder ein wenig Gewinn oder einige Modifikationen.
Tja, was soll man sagen. Der Amp klingt für meine Begriffe hervorragend so wie er ist. Okay, der Reverb ist ab Stellung 2 von 12 - Fender-typisch - sehr übertrieben. Ansonsten finde ich, der eh ein Herz für kleine Combos hat, die Kiste klanglich wirklich super. Er bietet vielleicht nicht den sogenannten Sparkle, den man wohl von einem Black oder Silver Face erwartet. Aber dafür wird es bei Vollgas schön bröckelig und reudig.
Bevorzugt habe ich Volumen eher so bis 4/5 und dann den Master je nach gewünschter Intensität der einsetzenden Trommelfellmassage.
Dann macht der Amp ohne jegliche Effekte und sowohl mit Humbuckern als auch Single Coils echt Spaß.
Und man merkt auch hier sofort wieder, das Katana und Co. zwar funktionieren, aber beim Darstellen von Details des Instruments und im Spiel dann doch ins Hintertreffen geraten und auch eine gewisse Offenheit im Ton vermissen lassen.
Der Blues Junior kann auch in Zimmerlautstärke ohne Probleme.
Weil ich wirklich weniger erwartet hatte, habe ich mal den Deckel abgenommen, um nach eventuell schon erfolgten Modifikationen zu schauen. Aber nein, alles original.
Auch der Speaker "Fender Special Design von Eminence" gefällt.
Ich habe den Amp gestern eine ganze Zeit auch in Vollaussteuerung betrieben. Obwohl die Röhren (russische Groove Tubes) ziemlich sicher noch die ersten sind, macht sich dort nichts negativ bemerkbar. Der Amp soll wohl so 10 Jahre auf der Uhr haben!?
Der Bias sei bei diesen Amps durchweg zu forsch gewählt, habe ich gelesen. Eventuell prüfe ich das mal. Aber der erste, zweite und dritte Eindruck macht erstmal keine Sorgen.
Ich glaube, den muss ich nicht wieder in die Anzeigen verfrachten.
Grüße
Michael
