Was tut der Gitarrist von Welt? Eben, da muss 'ne neue Gitarre her.
Und weil das der Liebhaber Thread ist, gibt's auch gleich zwei Maybäche auf den Bildern.





Zur Enstehungsgeschichte: Ich habe die HB Firemist Tele geordert, die erst in 5-7 Wochen kommt. Sitze ich gestern bei Starkregen so nutzlos im Garten rum (unter einem Dach natürlich) und zeige sie meiner Frau auf der Thomann Seite. Sagt die doch: "Was kaufst Du immer die billigen Dinger, kauf Dir doch 'ne richtig Gute!"
Nach kurzem und skeptischem Blick murmele ich: "Okay!?!". Jetzt war ich noch nie im Music Store, aber Köln ist auch nicht sooo weit weg, ich wollte immer schon mal eine Fame Forum beäugen und auf Grund des nach wie vor beschissenen Wetters habe ich den Urlaubstag genutzt und bin "noh Kölle jefahre".
Okay, die Gibson Ecke, nichts löst GAS aus, die PRS Ecke hat nur SE und überhaupt ist das ja ein Fender Laden!
Ach so, da gibt's noch den Custom Shop Raum. Die PRS Ecke ist überschaubar, aber nichts dabei, was mich direkt angesprochen hätte, die Gibson Ecke hat mich geschockt: Ich dachte, ich wäre im Pawn Shop. Die wollen zigtausende von Euros für ein paar Les Pauls, die aussahen, als hätten die gerade Plastikepis durch Schweineställe im ostfriesischen Outback geschickt. Eigentlich wollte ich gerade entnervt den Laden verlassen, da ht mich doch noch einer angesprochen, ob er helfen könne. Ich habe dann mal nach Maybach gefragt, die ich allerdings tatsächlich in einer Nische im Custom Shop übersehen habe. Kurze Anpassung der Saitenlage in Eigenregie und zack, wollte ich die Klampfe einpacken lassen. Der Store ist ein merkwürdiger Laden: der Typ, der bei den superteuren Klampfen stand, murmelte, ich müsse mich an den Verkäufer wenden, der mich hergebracht hätte. Ich also mit 2,3 k€ in den Hauptraum, wo der Typ nicht wiederzufinden war. Alle anderen waren oder wirkten beschäftigt. Ich war gerade nach diversen Minuten (die Frau war schon zum Auto, den Hund bespaßen) wieder so weit, das Ding irgendwo abzustellen und die Flucht zu ergreifen, als man doch Barmherzigkeit zeigte. Der andere Verkäufer latschte dann los, denn Koffer holen. Hat auch nur 20 Minuten gedauert, weil er den Koffer mit dem richtigen Zertifikat nicht finden konnte. Dann hat er mich tatsächlich wieder zum ersten Verkäufer geschickt, der etwas in die Bredouille kam, weil er zeitgleich einem 10jährigen Buben und seiner anstrengenden Mutter ein J&D Set für sein Zusammengespartes von 170€ verkaufen musste. (Das ist nochmal eine eigene lustige Story). Nuja, er hat es dann irgendwann gebacken gekriegt, das meinem Account zuzuordnen und musste mich dann noch zur Kasse geleiten, das geht nicht allein da.
An der Kasse musste dann nur noch bestätigt werden, dass ich Gitarre in der Hand habe (ja, in echt jetzt!) und ich durfte zahlen. Das hat sich ein Security Mann in aller Ruhe angesehen, um mich nochmal rauszuwinken und die 30 Sekunden alte Rechnung vorzuzeigen. Nach einer weiteren Kontrolle des Inhalts - "Oh, was Schönes! Das muss ich nochmal sehen!" durfte ich dann endlich wieder an die frische Luft. Ich habe schon weniger stressig Gitarren gekauft.
Egal, da ich mir persönlich einen Rahmen von 4-6000€ gesteckt hatte, bin ich mit den branchentypischen 2300€ doch eigentlich schon wieder gut dabei weggekommen.
Die neue hat einen minimal weniger fleischigen Hals in den tiefen Lagen, etwas weniger Schulter, nach oben wird es "gleicher". Sound ist nahezu identisch, nur durch noch etwas unterschiedlich eingestellte Pickups definiert. Auch die dritte Maybach ist kein Kompromiss und auch kein Gibsonkiller, sondern eher das, was man vllt. von einer alten Les Paul erwartet. Unfassbar gute Pickups, hervorragende Bespielbarkeit - wenn man die dicken Hälse mag - und eine wunderschöne Burst halt.
Bin sehr dankbar, dass ich in diesem Luxus schwelgen darf, sehe aber bei den hochwertigen Gitarren auch den deutlich besseren Wiederverkauf, wenn dereinst das Alter das Spielen unmöglich macht oder sonstige unvorhergesehene Dinge passieren.
