ich hatte jetzt in ein- und derselben Ketarre, einem G5420 Gretsch-Kübel aus der Electromatic-Serie, alle drei im Betreff genannten Pickups drin, so dass ich - mehr oder minder - direkt vergleichen konnte. Und Euch dies natürlich nicht vorenthalten kann!
Sie, das Gretchen, fing an als '59 Mismatched Model. So werden jene Gretsches genannt, die sowohl Chrom- als auch Gold-Hardware verbaut hatten; das Bigsby z.B. gab es lange nicht gülden.
Was einst ein Bug, ist heute ein Feature; für mich war es die Gelegenheit, eine Electromatic im (helleren) Setzer-Orange mit Binding zu ergattern, um dann alles an Hardware, was ich nicht in Gold mochte, durch Cylonen-Chrom zu ersetzen.
Sie kam mit den üblichen Blacktron-Filtertrons, die der Guten zwar akustisch standen, aber letzte Feinheiten vermissen ließen. Daher ersetzte ich diese durch TV Jobnes Classic und Classic Plus.
Da die Gute aber eher schwer ist und dennoch vergleichsweise wenig Höhen absondert, hatte ich mir schon vor ca. 2 Jahren einen Satz Gretsch HiLoTrons gekauft, um sie da reinzupflanzen; da ich ewig und drei tage nicht wusste, wie ich diese befestigen soll, blieb es bei dem Vorhaben.
Heute nun ist es mir dank der Überlegenheit des menschlichen Gehirns gelungen, mir eine eher rudimentäre Befestigung zusammen zu stümpern, so dass ich tatsächlich Blacktops und TV Jonesse und die TVs mit den HiLos direkt vergleichen konnte.
Fangen wir mit den Blacktops an: Diese sind sehr crisp, weniger mittig denn aufs ganze Frequenzspektrum konzentriert und haben immer eine kleine Portion Americana-Dreck im Ton, was ihnen durchaus steht. Das passt mir meine Ohren besonders gut je mehr die Gitarre in Richtung Solid Body geht; ansonsten bleibt nämlich die Transparenz, gerade im Bass, etwas auf der Strecke, da diese Pickups nicht ganz so sauber und fein auflösen. Das Volumen-Gefälle von Steg und Hals ist nur wenig kompensiert; die Pickups liegen bretthart auf der Straße, keinerlei Kompression!
Die TV Jones - Classic am Hals, Classic plus am Steg - klingen größer und mittiger; das verengte Frequenzspektrum ist das, was wir hören möchten, wenn wir in Richtung Brian Setzei denken. Auch lösen sie feiner auf, sind dynamischer, aber weniger hart aufgehangen und am Ende komprimierender als die Blacktops. Sie haben jedoch in der Tendenz nicht ganz die strahlenden Höhen, die originale Gretsch Filtertrons so besonders macht, was gleichermaßen Segen und Fluch bedeuten kann. Was nicht heißt, dass sie nicht herrlich transparent sind und bei Bedarf einen glockigen Ton produzieren.
Die Gretsch HiLoTrons erschrecken erst einmal durch ihren wirklich geringen Output; sie sind irrsinnig leise, wesentlich schwächer auf der Brust als z.B. DeArmond Dynasonics, wie ich sie in meiner taubenblauen Gretsch habe. Dafür haben sie deren Klarheit, sind frequenztechnisch aber eher bei normalen Filtertrons; das ist hochgradig interessant und macht jede Menge Spaß! - Zumal ich ursprünglich einen nadeldünnen Ton erwartet habe, der so nicht stattfindet; ja, akustischer, aber dennoch klar ein elektrischer, stark Twang-betonter Gitarrenton, der da aus den Lautsprechern kömmt. Was in meinem Falle die Gitarre selbst perfekt kompensiert.
Apropos DeArmond Dynasonics: Diese waren noch nicht in besagtem Gretchen, dafür aber in vielen anderen Gretsch-Klampfen, die ich so hatte. Hier ist das Klangbild klarer als bei Filtertrons oder gar TV Jones-Aggregaten, auch haben sie nicht ganz so viel Output, setzen sich im Mix aber viel besser wie Genre-typischer durch: Herrlich transparent, charaktervoll und crisp; meine Lieblings-Pickups für Gitarren dieses Herstellers! - Dies nur der Vollständigkeit halber.
Ich würde mich freuen, wenn dieser Vergleich der ein oder dem anderen in Zukunft eine Orientierungshilfe wäre.
Auch interessiert mich wie stets Eure Meinung: Wie hört Ihr das, so Ihr schon mal vergleichen konntet?
Liebe Grüße,
Batz.
