Dieses Pedal soll ein Klon des Analog.Man King of Tone sein. Beurteilen kann ich das nicht, ich habe keinen King of Tone.
Das High Chief hat zwei Sektionen: Boost und Overdrive/Distotion.
Overdrive bzw. Distortion werden über Dip-Schalter im inneren des High Chief eingestellt. Dazu später mehr.
Boost Sektion
Volumen
Regelt die Lautstärke des Boost. Das Signal wird offensichtlich nur in der Lautstärke angehoben, es erfolgt keinerlei Verzerrung.
Clear
Ist für mich ähnlich wie der Toneregler. Nach links gedreht, wird der Ton dumpf, nach rechts klart er auf und gewinnt an etwas Mitten und Höhen.
Tone
Auch hier wird der Ton nach links gedreht dumpf, nach rechts kommen Höhen dazu. Aus meiner Sicht bzw. Hörempfinden werden, im Gegensatz zum Claer-Regler, keine oder kaum Mitten dem Signal zugefügt.
Ich habe das Tone City Bad Horse mit dem High Chief Boost verglichen, hierbei Gain bei dem Bad Horse auf Null gestellt.
Es lassen sich so gut wie identische Sounds mit beiden Pedalen einstellen. Wobei das Bad Horse einiges mehr an Lautstärkereserven zur Verfügung stellt.
Das High Chief lässt aber durch Clear und Tone mehr Möglichkeiten der Klangvariationen zu.
Overderive oder Distortion Sektion
Volumen
Man glaubt es kaum, aber das Signal kann man hier lauter machen.
Tone
Effektive Klangregelung. Mir scheint, der Ton wird lauter wenn die Höhen aufgedreht werden.
Drive
Man kann über Dip-Schalter im Gerät zwei Verzerrungsstufen auswählen, softes Overdrive (Low-Gain) oder
wesentlich stärkere Verzerrung. Letztere habe ich nur kurz probiert, Sound war für mich ok. Starke Verzerrungen interessieren
mich nicht sonderlich, deshalb gebe ich hierzu, auch wegen fehlendem Wissen, keinen Kommentar ab.
Im Low-Gain Bereich klingt der High Chief für mich richtig klasse. Ich habe ihn mit dem Sweet Cream von Tone City verglichen.
Gain auf 9 Uhr beim SC hat mehr Verzerrung als das HC bei 12 Uhr Stellung. Das HC klingt für mich aber ein Stück klarer.
Ist das die Transparenz, von der man öfter liest?
Der Zerrgrad ist bei "Vollausschlag" für mich bei beiden Pedalen in etwa gleich, wobei das Sweet Cream hier doch wesentlich mehr komprimiert.
Schaltet man die Boost Sektion beim HC dazu, wird der Ton natürlich lauter. Ob das aber in einer Band reicht, um ggf. Solis hervorzuheben?
Mir erscheint der Lautstärkezuwachs etwas gering. Aber ich habe nie in einer Band gespielt, kann das nicht wirlich beurteilen.
Es gibt in youtube einige Vergleiche des High Chief mit dem King of Tone.
Dip-Schalter
Hier hat ein Ingenieur gewerkelt, der selbst wohl keine Gitarre spielt. Um an die Dip-Schalter zu kommen, muss man das Gerät öffnen und die Platine ausbauen (siehe Bilder)!
Mit den Schaltern 1 & 2 lässt sich der Overdrive oder Distortion einstellen: Overdrive Schalter 1 off, 2 on, Distortion Schalter 1 on.
Sind beide auf off, so erfolgt nur ein clean Boost (habe ich aber nicht getestet, nur gelesen).
Schalter 3&4 haben keine Wirkung, zumindets habe ich keine Änderung festgestellt. Evt. haben sie Einfluß, wenn der Clean-Boost Modus eingestellt ist.
Aber auch das habe ich momentan noch nicht ausprobiert. Ich bin am überlegen, ob ich eine Öffnung in das Pedal einfüge, um bequem an die Dip-Schalter zu kommen.
Mein Fazit
Klanglich gefällt mir (momentan) das High Chief besser als die Kombination Bad Horse und Sweet Cream.
Für mich eine sehr gute Anschlagdynamik und sehr gutes Spielgefühl mit dem High Chief.
Die Tone City Pedale haben aber deutlich mehr Gain- und Lautstärkereserven als das High Chief im Overdrive-Modus.
Dagegen ist die Toneregelung des High Chief ein gutes Stück effektiver als beim Bad Horse und Sweet Cream.
Auch die fummelige Bedienung der kleinen Regler bei den Ton City Pedalen ist beim High Chief durch die großen Regler nicht gegeben.
Die eingebauten Led in den Reglern finde ich auch gut, sie blenden nicht.
Das High Chief wird bleiben
Wie habe ich getestet:
Gitarren: Squier Classic Vibe Stratocaster, FGN Telecaster
Amp: joyo bantamp jackman
Box: Eigenabu mit Eminence 12" Guitar Legend V12
Pedale: Caline High Chief, Tone City Bad Horse, Sweet Cream
Danke fürs Lesen!
LG Stefan


