Hier kommt mal wieder etwas zum Diskutieren. Einfach so.
Im Rahmen meines Vergleichs "Fender Deluxe Reverb vs. Marshall JVM" wurde auch das Thema "Modeller" angesprochen. Dazu würde mich mal Eure Meinung interessieren:
Braucht man das?
Wenn ja, wozu?
Wer braucht so etwas?
Live oder im Studio?
usw...
Meine Meinung/Erfahrung:
Als ich nach jahrzehntelanger Gitarrenamp-Abstinenz wieder anfing, mich dafür zu interessieren, habe ich mir (2007?) zuerst mal einen Modeller (Vox Tonelab) gekauft. Das war in der Situation vielleicht auch ganz ok, um wieder hineinzufinden und in der Mietwohnung mit Kopfhörer üben zu können.
Da ich aber einen Fender/Marshall/Vox usw. eh nicht unterscheiden kann, ist es eigentlich völlig egal, welches Modell ich gerade verwende. Wenn ich an die Gelegenheiten denke, bei denen ich Gitarre spiele (Gigs, Bandproben), habe ich eigentlich keine Verwendung für so ein Teil. Ich brauche für meine Musik im Prinzip "clean", "angezerrt", "overdrive" und "richtig verzerrt". Ob das nun ein Blackface- oder Tweed-Fender-, ein 70er, 80er oder 90er Marshall-, ein Vox-, ein Boogie-, ein Soldano- oder sonst irgendwas-Sound sein soll, hört eh keiner - spätestens, wenn der Drummer "vier" gesagt hat. Um (wie in meinem Fall) die vier Sounds zu erzeugen, braucht man entweder einen Mehrkanal-Amp oder einen Einkanaler mit ein paar Pedalen. Leute, die auf eine ganz bestimmte Richtung fixiert sind, brauchen noch weniger eine Vielzahl von unterschiedlichen Amps. Der Heavy-Metal-Freak hat seinen passenden Amp und braucht keinen Fender oder Vox, der Country-Boy braucht keinen 90er Marshall oder Soldano usw.
Ich überlege, ob ein Studiomusiker evtl. einen Modeller braucht...
Ein "richtiger" Profi wird eh eine Sammlung von Original-Amps besitzen bzw. es werden die passenden Amps im Studio rumstehen.
Also könnte es noch ein Hobby- oder Semipro-Studiomusiker sein, der mit wenig technischem Aufwand eine Vielzahl von Amps parat haben will.
Ich erinnere mich aber noch an verschiedene "Blindverkostungen" von Original-Amps hier und in anderen Foren, bei denen die Erkennung der Amps durch die Mitglieder doch eher einem Ratespiel glich. Wenn es schon schwer (bis unmöglich) war, die Original-Amps am Sound auseinanderzuhalten, warum sollte das bei Modellern dann besser sein?
Was bleibt, sind evtl. die jungen Neu-Gitarristen, die noch nicht genau wissen, wohin die Reise gehen soll. Für die könnte ein Modeller vielleicht eine Möglichkeit sein, sich zu finden, ähnlich wie bei meinem Neuanfang. Aber eigentlich brauchen die das auch nicht. Das wissen die bloß noch nicht und die Industrie freut sich darüber.
Mir fällt keine Situation ein, in der man einen Modeller braucht. Ich finde, ein "normaler" Amp (egal welche Marke, ggf. mit Pedalen) ist eigentlich immer besser.
Liege ich völlig falsch?
Was denkt Ihr?
Ich bin gespannt.
VG
kiroy
PS:
Ich hoffe sehr, dass sich keiner, der hier evtl. hauptsächlich mit Modeller spielt, angegriffen fühlt. Das ist nicht meine Absicht. Dies soll einfach nur ein Gedankenaustausch sein. Vielleicht gibt es ja einen guten Grund, Modeller zu benützen und ich habe nur nicht dran gedacht?
